Vier Menschen in ihren Dreißigern, zwei vielleicht-Beziehungen, eine ganze Reihe E-Mails und existentielle Fragen. So in etwa lässt sich der Roman „Schöne Welt, wo bist du“ von Sally Rooney beschreiben. Aus dem von der Kritik gelobten Werk können wir als angehende Autor:innen einiges lernen, schließlich gilt Sally Rooney als eine der erfolgreichsten Schriftstellerinnen der Millenial-Generation.

Gesellschaft, Politik, Sex, Beziehungen und die Welt

In dem Buch geht es um zwei Paare: Schriftstellerin Alice und Lagerhallen-Arbeiter Felix, Redaktionsassistentin Eileen und Politikberater Simon. Wir beobachten die Vier bei ihrem Versuch, zueinander zu finden. Gleichzeitig findet über E-Mails ein philosophischer Austausch zwischen den College-Freundinnen Alice und Eileen statt. Sie reden über Gesellschaft, Politik, Sex, Beziehungen, die Welt und sind sich dabei in ihrer pessimistischen Grundhaltung einig. Insgesamt findet in der Geschichte nicht viel Handlung statt, dafür werden den Leser:innen umso mehr grundlegende Gedanken mitgeteilt, die in den Nachrichten der beiden Frauen ihren Ausdruck finden.

Auktorial, aber nicht allwissend

Interessant ist vor allem die Perspektive, die Rooney wählt. Sie wechselt zwischen der Außensicht und der Innensicht ihrer Figuren. Die Innensicht wird durch die E-Mails abgedeckt, für die Außensicht kommt ein auktorialer Erzähler zum Einsatz.

Auktorial, aber nicht allwissend. Tatsächlich lernt der Erzähler die Figuren zusammen mit den Leser:innen kennen. Zuerst ist nur von „einem Mann“ und „einer Frau“ die Rede, erst nach ein paar Seiten bekommen Alice und Felix Namen. Bis zum Ende ist der Erzähler den Figuren nie wirklich nah, es bleibt immer eine gewisse Distanz. Und das spiegelt auch die Handlung, die Beziehung zwischen den Figuren, wieder. Ein großartiges Beispiel dafür, wie die Perspektive der Erzählung dienen und ihr zusätzliche Tiefe verleihen kann.

Euch gefällt das Buch? Hier geht es zum Link des Autorenwelt-Shops.

Wenig Handlung, viele Gedanken – Schöne Welt, wo bist du (Sally Rooney)

Brauchst du ab und zu einen Tritt?

Der Arschtritt des Monats ist der Zeilenschlinger-Newsletter für alle, die ein Buch schreiben und zu Ende bringen. Einmal im Monat ein Schubs, ein Stück Handwerk und die Verabredung, die wir miteinander haben: Du gehörst zu den zehn Prozent, die fertig werden. #Wirsind10Prozent

Cookie Consent mit Real Cookie Banner